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Kurz gesagt: Es gibt zwei Listen mit je sieben Weltwundern. Von den sieben antiken existiert nur noch die Cheops-Pyramide. Die sieben neuen wurden 2007 per weltweiter Abstimmung bestimmt – ohne offiziellen Charakter.
Die Zahl sieben ist keine Auswahl, sie ist eine Tradition. Sie galt in der Antike als vollkommene Zahl.
Die sieben antiken Weltwunder
Cheops-Pyramide in Gizeh. Um 2560 v. Chr. errichtet. Das älteste – und das einzige, das noch steht.
Hängende Gärten von Babylon. Ihre Existenz ist umstritten; archäologische Belege fehlen.
Zeusstatue von Olympia. Etwa zwölf Meter hoch, aus Gold und Elfenbein. Im 5. Jahrhundert n. Chr. zerstört.
Artemistempel von Ephesos. Mehrfach zerstört und wiederaufgebaut, heute nur Fundamente.
Mausoleum von Halikarnassos. Das Grabmal, das dem Wort „Mausoleum“ seinen Namen gab. Durch Erdbeben zerstört.
Koloss von Rhodos. Eine gut 30 Meter hohe Bronzestatue, nach etwa 60 Jahren durch ein Erdbeben gefallen.
Leuchtturm von Alexandria. Jahrhundertelang eines der höchsten Bauwerke der Welt, im Mittelalter durch Erdbeben zerstört.
Die Liste stammt aus dem griechischen Kulturraum und umfasste nur, was dort bekannt war. Bauten in China oder Amerika kamen darin nicht vor.
Die sieben neuen Weltwunder
2007 rief eine private Schweizer Stiftung zur Abstimmung auf. Millionen Menschen stimmten per Internet und Telefon ab. Gewählt wurden:
Chichén Itzá in Mexiko, die Christusstatue in Rio de Janeiro, das Kolosseum in Rom, die Chinesische Mauer, Machu Picchu in Peru, Petra in Jordanien und das Taj Mahal in Indien.
Die Cheops-Pyramide erhielt einen Ehrenstatus außerhalb der Wertung.
Die UNESCO stellte ausdrücklich klar, dass sie an der Aktion nicht beteiligt war. Die Abstimmung war nicht repräsentativ – mehrfaches Abstimmen war möglich, und Länder warben gezielt für ihre Kandidaten.
Weitere Listen
Es gibt zusätzlich Listen der Weltwunder der Natur und der modernen Ingenieurskunst. Auch sie sind nicht amtlich.
Woher die antike Liste stammt
Die Liste der sieben antiken Weltwunder entstand im griechischen Kulturraum, vermutlich im dritten oder zweiten Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung. Sie war als Reiseempfehlung für gebildete Griechen gedacht und umfasste deshalb nur Bauwerke im damals bekannten Mittelmeerraum. Bauten in China, Indien oder Amerika kamen darin nicht vor.
Überliefert ist die Liste in verschiedenen Fassungen, die sich in einzelnen Punkten unterscheiden. Erst spätere Zusammenstellungen legten die heute bekannte Auswahl fest. Die Zahl sieben galt als vollkommen und wurde deshalb gewählt.
Von den antiken Bauwerken existiert nur eines bis heute. Die übrigen wurden durch Erdbeben, Brände und Abtragung zerstört. Über einige ist nicht einmal der genaue Standort gesichert.
Was archäologisch gesichert ist
Für mehrere der antiken Weltwunder gibt es archäologische Belege, etwa Fundamente, Bauteile und antike Beschreibungen. Für andere stützt sich das Wissen fast ausschließlich auf Texte. Bei den Hängenden Gärten ist selbst umstritten, ob sie existierten und wo.
Antike Beschreibungen sind mit Vorsicht zu lesen, weil sie oft aus zweiter Hand stammen und literarisch überhöht sind. Maßangaben schwanken zwischen Quellen erheblich. Moderne Rekonstruktionen sind deshalb Interpretationen.
Ausgrabungen liefern gelegentlich neue Erkenntnisse, die frühere Annahmen korrigieren. Die Forschung ist also nicht abgeschlossen. Museen und Universitäten veröffentlichen dazu regelmäßig.
Wie die neue Liste zustande kam
Die Auswahl der sieben neuen Weltwunder erfolgte 2007 über eine private Initiative, die weltweit zur Abstimmung aufrief. Beteiligt waren nach Angaben der Veranstalter viele Millionen Stimmen, abgegeben per Internet und Telefon. Mehrfachabstimmungen waren möglich.
Die UNESCO hat sich ausdrücklich von der Aktion distanziert und darauf hingewiesen, dass sie keine wissenschaftlichen Kriterien erfüllt. Ihre eigene Welterbeliste folgt einem festgelegten Verfahren mit Fachgutachten. Beide Listen sind nicht zu verwechseln.
Kritisiert wurde außerdem, dass die Abstimmung Länder mit vielen Internetnutzern bevorzugte. Kampagnen einzelner Staaten beeinflussten das Ergebnis. Als repräsentative Auswahl gilt die Liste deshalb nicht.
Die Welterbeliste als Alternative
Die UNESCO führt eine Liste des Welterbes mit weit über tausend Stätten in mehr als hundertfünfzig Ländern. Aufgenommen wird nur, was festgelegte Kriterien erfüllt und von Fachgremien geprüft wurde. Der Prozess dauert Jahre.
Neben Kulturstätten umfasst die Liste Naturerbe und gemischte Stätten. Auch immaterielles Kulturerbe wie Handwerkstechniken und Bräuche wird in einer eigenen Liste geführt. Diese Unterscheidung ist wenig bekannt.
Die Aufnahme verpflichtet Staaten zum Schutz der Stätte. Bei Gefährdung kann eine Stätte auf eine Rote Liste gesetzt oder im Extremfall gestrichen werden. Solche Fälle hat es bereits gegeben.
Weitere Listen und ihre Grenzen
Neben den bekannten Zusammenstellungen gibt es Listen für Naturwunder, für Bauwerke der Moderne und für einzelne Regionen. Fast alle beruhen auf Abstimmungen oder Redaktionsentscheidungen. Sie erheben keinen wissenschaftlichen Anspruch.
Solche Listen haben touristische Wirkung: Aufgenommene Orte verzeichnen häufig deutlich mehr Besucher. Das ist wirtschaftlich erwünscht, belastet aber empfindliche Stätten. Mehrere Orte haben deshalb Besucherobergrenzen eingeführt.
Wer Listen liest, sollte deshalb immer fragen, wer sie erstellt hat und nach welchen Kriterien. Diese Angaben stehen meist im Kleingedruckten. Sie entscheiden über den Wert der Liste.
Besuchen und einordnen
Die meisten Stätten beider Listen sind touristisch erschlossen und haben feste Öffnungszeiten und Eintrittspreise. Bei besonders stark besuchten Orten sind Zeitfenster vorab zu buchen. Die offiziellen Seiten der Betreiber geben dazu Auskunft.
Wer die historische Bedeutung verstehen will, kommt mit Museumsbesuchen und Führungen weiter als mit Fotos. Viele Stätten haben eigene Museen mit Originalfunden. Sie sind meist deutlich weniger besucht.
Für die Vorbereitung eignen sich die Beschreibungen der Welterbeliste, die Bedeutung und Zustand jeder Stätte dokumentieren. Sie sind frei zugänglich und fachlich geprüft. Für Reisen sind sie die beste Grundlage.
Häufige Fragen
Welches antike Weltwunder existiert noch?
Nur die Cheops-Pyramide.
Sind die neuen Weltwunder offiziell?
Nein. Es war eine private Abstimmung ohne staatliche oder UNESCO-Beteiligung.
Warum sieben?
Die Sieben galt in der Antike als Zahl der Vollständigkeit.
Gab es die Hängenden Gärten wirklich?
Das ist offen. Eine Theorie verortet sie in Ninive statt in Babylon.
Wie viele antike Weltwunder existieren noch?
Nur eines.
Wer wählte die neuen Weltwunder?
Eine private Initiative per Abstimmung 2007.
Was ist der Unterschied zur Welterbeliste?
Die UNESCO prüft nach festen Kriterien.
Quellen
Das passt dazu
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Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.






