Was passiert, wenn man zu viel Salz isst? Die Folgen

Kurz gesagt: Kurzfristig bindet der Körper mehr Wasser — man ist durstig, das Gewicht steigt, Finger und Beine schwellen an. Langfristig steigt der Blutdruck, und damit das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Nierenschäden. Empfohlen sind höchstens fünf bis sechs Gramm am Tag; in Deutschland liegt der tatsächliche Verzehr deutlich darüber.

Dieser Text ersetzt keine ärztliche Beratung.

Was unmittelbar passiert

Natrium bindet Wasser. Steigt die Natriumkonzentration im Blut, zieht der Körper Wasser aus den Zellen in den Blutkreislauf, um sie zu verdünnen.

Zwei Dinge folgen daraus. Erstens meldet das Durstzentrum im Gehirn Alarm — der klassische Durst nach einer salzigen Mahlzeit. Zweitens steigt das Blutvolumen, und mehr Volumen in unveränderten Gefäßen bedeutet mehr Druck.

Die Waage zeigt nach einem salzigen Abend deshalb oft ein bis zwei Kilogramm mehr. Das ist kein Fett, sondern Wasser, und es verschwindet innerhalb von ein bis zwei Tagen wieder.

Der Blutdruck

Der Zusammenhang zwischen Salzzufuhr und Blutdruck ist gut belegt und der Hauptgrund für die Empfehlungen. Wer dauerhaft viel Salz aufnimmt, hat im Mittel höhere Werte.

Bemerkenswert ist die Streuung: Manche Menschen reagieren stark, andere kaum. Diese Salzempfindlichkeit nimmt mit dem Alter zu und ist bei Menschen mit Bluthochdruck, Übergewicht, Diabetes oder Nierenerkrankungen ausgeprägter.

Wer wissen will, ob er dazugehört, misst: Blutdruck zwei Wochen bei gewohnter Ernährung, dann zwei Wochen mit deutlich reduziertem Salz. Der Unterschied ist die persönliche Antwort.

Die Nieren

Sie regeln den Salzhaushalt und müssen den Überschuss ausscheiden. Über Jahrzehnte ist das Mehrarbeit. Bei bereits eingeschränkter Nierenfunktion verschärft eine hohe Salzzufuhr die Lage messbar — deshalb gehört Salzreduktion zu den ersten Empfehlungen bei chronischer Nierenkrankheit.

Auch das Risiko für Nierensteine steigt, weil mit dem Natrium mehr Kalzium im Urin landet.

Magen und Knochen

Sehr salzreiche Kost steht im Verdacht, die Magenschleimhaut zu reizen und die Besiedlung mit Helicobacter pylori zu begünstigen — ein Risikofaktor für Magenkrebs. In Ländern mit traditionell stark gesalzener und gepökelter Kost ist Magenkrebs häufiger.

Über den Urin geht mit dem Natrium auch Kalzium verloren. Dauerhaft hohe Zufuhr kann deshalb zur Entkalkung der Knochen beitragen.

Wo das Salz wirklich herkommt

Der Salzstreuer auf dem Tisch ist nicht das Problem. Der weitaus größte Teil — geschätzt drei Viertel — steckt in verarbeiteten Lebensmitteln.

  • Brot und Backwaren. Der größte Einzelposten, nicht weil Brot besonders salzig schmeckt, sondern weil viel davon gegessen wird.
  • Wurst, Schinken, Käse. Salz ist hier Konservierungsmittel und Geschmacksträger zugleich.
  • Fertiggerichte, Suppen, Soßen, Brühwürfel.
  • Knabbereien und salzige Snacks.
  • Sojasoße, Ketchup, Senf, eingelegtes Gemüse.

Auf der Nährwerttabelle steht der Salzgehalt je 100 Gramm. Wer den Wert mit der tatsächlich gegessenen Portion multipliziert, erlebt bei Fertigprodukten oft eine Überraschung.

Wie viel ist zu viel

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt weniger als fünf Gramm am Tag, die Deutsche Gesellschaft für Ernährung nennt sechs Gramm als Orientierung. Fünf Gramm entsprechen etwa einem gestrichenen Teelöffel.

Der tatsächliche Verzehr in Deutschland liegt bei Männern und Frauen darüber, bei Männern deutlicher. Ein erheblicher Teil der Bevölkerung überschreitet die Empfehlung.

Nach unten gibt es ebenfalls eine Grenze: Der Körper braucht Natrium für Nerven, Muskeln und den Wasserhaushalt. Eine Zufuhr unter etwa 1,5 Gramm Salz täglich ist bei normaler Ernährung weder nötig noch sinnvoll.

Wenn es akut zu viel wird

Eine gefährliche Überdosis erreicht man mit normalem Essen nicht. Kritisch wird es nur bei sehr großen Mengen auf einmal — etwa durch das Trinken von Meerwasser oder durch Salz als vermeintliches Hausmittel. Es gibt dokumentierte Todesfälle nach dem Verschlucken großer Salzmengen, betroffen waren vor allem kleine Kinder.

Warnzeichen sind starker Durst, Verwirrtheit, Muskelzuckungen und Krampfanfälle. Das ist ein Notfall.

Wie man sich umgewöhnt

Der Salzgeschmack passt sich an — in beide Richtungen. Wer die Zufuhr über einige Wochen schrittweise senkt, empfindet die alte Menge irgendwann als unangenehm salzig.

  • Schrittweise reduzieren statt abrupt — der Gaumen folgt sonst nicht mit
  • Mit Kräutern, Pfeffer, Zitrone, Knoblauch und Röstaromen würzen
  • Erst am Ende salzen und vorher probieren
  • Beim Einkauf die Nährwerttabelle vergleichen — die Unterschiede zwischen zwei Broten oder zwei Fertigsoßen sind erheblich
  • Häufiger selbst kochen; das ist der wirksamste Einzelschritt

Kaliumreiche Lebensmittel — Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte — wirken dem Natrium entgegen. Bei Nierenerkrankungen gilt das allerdings nicht ohne ärztliche Rücksprache, weil Kalium dann gefährlich werden kann.

Salz ist nicht gleich Salz

Meersalz, Himalayasalz, Fleur de Sel und Steinsalz bestehen alle zu über 97 Prozent aus Natriumchlorid. Für den Blutdruck macht es keinen Unterschied, welches im Streuer steckt.

Die rosa Farbe des Himalayasalzes stammt von Eisenoxid. Die enthaltenen Mineralstoffe liegen in Mengen vor, die für die Versorgung bedeutungslos sind — man müsste gesundheitsschädliche Salzmengen essen, um daraus einen Nutzen zu ziehen.

Ein realer Unterschied besteht beim Jod. Deutschland ist ein Jodmangelgebiet; jodiertes Speisesalz ist die wichtigste Quelle. Wer auf unjodiertes Feinsalz umsteigt, verliert diese Zufuhr — bei Kindern, Schwangeren und Stillenden ist das ungünstig.

Salzersatzprodukte tauschen einen Teil des Natriums gegen Kalium. Für Menschen mit gesunden Nieren ist das sinnvoll, bei eingeschränkter Nierenfunktion oder bestimmten Blutdruckmedikamenten kann es gefährlich werden.

Sport, Hitze und Salzbedarf

Wer stark schwitzt, verliert Natrium. Bei Belastungen über etwa eine Stunde bei Hitze fällt das ins Gewicht — hier ist eine Zufuhr sinnvoll, etwa über ein isotonisches Getränk.

Der umgekehrte Fehler ist die eigentliche Gefahr: Wer bei langer Belastung nur reines Wasser trinkt, verdünnt sein Blut. Die daraus folgende Hyponatriämie ist bei Marathonläufen dokumentiert und kann lebensbedrohlich verlaufen.

Für den Alltag im Büro gilt das alles nicht. Die normale Ernährung liefert weit mehr Salz als nötig.

Häufige Fragen

Wie viel Salz am Tag ist in Ordnung?

Höchstens fünf bis sechs Gramm.

Warum nimmt man nach salzigem Essen zu?

Der Körper bindet Wasser – das ist kein Fett.

Wo steckt das meiste Salz?

In Brot, Wurst, Käse und Fertiggerichten.

Reagiert jeder gleich auf Salz?

Nein, die Salzempfindlichkeit ist sehr unterschiedlich.

Kann zu wenig Salz schaden?

Ja, der Körper braucht Natrium – unter 1,5 Gramm täglich ist nicht sinnvoll.

Wie lange dauert die Geschmacksumstellung?

Meist einige Wochen.

Ist Meersalz gesünder als Speisesalz?

Nein, beide bestehen fast vollständig aus Natriumchlorid.

Warum jodiertes Salz?

Deutschland ist ein Jodmangelgebiet.

Quellen

Das passt dazu

Drei Artikel, die dieselbe Frage von einer anderen Seite angehen:

Geschrieben von Bella, Redaktion frageecke.de — sie schreibt hier über Alltagsfragen und ihre Antworten.

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